Schlagwort-Archive: GeMa-LuM

GeMa-LuM 044 Metrologie

Bild einer Kibble WaageSelten kam ich mir dümmer vor, als bei der Aufzeichnung dieser Ausgabe. Gerrit versuchte mir, Martin, zu erklären, wie eine Watt-Waage funktioniert. Diese wird als Alternative zum Urkilogramm verwendet, um die Masse (bzw. auf der Erde: das Gewicht) eines Standard-Kilogramms zu definieren. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass sich die Referenzmassen, die bisher für diese Normierung verwendet werden, im Laufe der Zeit aller Vorsicht zum Trotz verändern. Es macht daher Sinn, auf ein System zu wechseln, was von Referenzgewichten unabhängig ist. Eine Waage spielt aber auch dabei eine Rolle. Aber sie ist schon ein sehr, sehr besonderes Modell.

Aufnahme vom 13.03.2018, Dauer: 02:09:47

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GeMa-LuM 043 Erstflug der Falcon Heavy

Quelle: SpaceX

Wir hatten ursprünglich geplant, eine ganz gewöhnliche GeMa-LuM Aufnahme zu machen, doch dann kam es ganz anders. Denn für den Abend des 6. Februar 2018 war der Erstflug der neuen Falcon Heavy Rakete angekündigt worden. Das wussten wir bei der ursprünglichen Planung des Abends noch nicht. Da Raumfahrt aber für uns beide interessant ist und außerdem die Firma SpaceX ein großes Medienevent für den Start angekündigt hatte, änderten wir spontan unseren Vorleseplan, legten den vorbereiteten Text zu Seite und schauten kurz vor dem geplanten “Liftoff” in Richtung Startrampe. Auch wenn das Bild des Beamers einen deutlichen Blaustich hatte, das war nicht der Grund für den Startabbruch. Sondern ungünstige Winde verhinderten zunächst ein planmäßiges Abheben. Rasch wurde ein neuer Starttermin genannt, der lag aber erst fast 2 Stunden später. Zeit genug also, sich mal ausführlicher mit Elon Musk, dem Geldgeber für diese Rakete, zu beschäftigen. Wir gerieten in eine ziemlich spannende Auseinandersetzung mit seinem Lebenslauf. Gekrönt wurde das Ganze dann noch durch den letztendlich erfolgreichen Start dieser besonderen Nutzlast. Seit dem Abend schwebt ein rotes Elektroauto auf einer Umlaufbahn um die Sonne. Wie verrückt ist das denn?

Aufnahme vom 06.02.2018, Dauer: 3:48:03
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GeMa-LuM 042 Simpson-Paradox

Wenn es um die Beschreibung von Universitäten geht, ist häufig vom Humboldtschen Bildungsideal die Rede. Die Arbeit dieses Naturforschers zeichnet sich in erster Linie durch Beobachten und Beschreiben aus. Eine Form der Wissenschaft, die heute – wegen der darin enthaltenen Subjektivität – eher seltener gelobt wird. Moderne Wissenschaften suchen nach Objektivität. Hinter der Betrachtung großer Zahlenmengen und dem Vergleich von Untersuchungsgruppen, steckt der Glaube, damit objektive Aussagen, ja vielleicht “Beweise” für Wirkmechanismen finden zu können. Aber wie sicher ist dieser Weg der “empirischen Forschung”? Darüber kann man viel diskutieren. Sicher ist jedoch, dass Zahlen, auch Zahlengruppen an sich, keine Wahrheiten liefern. Jedenfalls keine absoluten. Im Artikel, den wir diesmal vorlesen, wird deutlich, dass Zusammenhänge, die auf den ersten Blick eindeutig erscheinen, ihre Aussage verändern können, wenn die Daten nur auf andere Weise betrachtet werden. Das klingt paradox, doch zu einer guten schließenden Statistik gehört eben mehr, als nur ein möglichst großer Datenpool.

Aufnahme vom 03.10.2017, Dauer: 1:50:32
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GeMa-LuM 041 Bombenbaubehinderung

Das Säbelrasseln aus Richtung Nordkorea macht das Thema “Atombombe” gegenwärtig leider wieder aktueller, als es uns lieb sein kann. Zu gern würden wir über die Entwicklung solcher Superwaffen nur noch in den Geschichtsbüchern lesen. Deutschland gehört zum Glück bis heute nicht zum Kreis der Länder, die im Besitz einer Atombombe sind. Aber warum eigentlich? Waren die Wissenschaftler im zweiten Weltkrieg nicht klug genug? Oder hatten sie den Bauplan etwa theoretisch fertig und es fehlten ihnen nur die notwendigen Materialien, ihn auch praktisch umzusetzen? Oder gab es noch andere Gründe? Eine Gruppe von etwa 100 Wissenschaftlern rund um den Physiker Werner Heisenberg hatte ab 1939 als “Uranverein” intensiv nach dem richtigen “Rezept” zum Bombenbau gesucht, aber es nicht gefunden. So jedenfalls sagten es die historischen Quellen bisher übereinstimmend. Doch neuere Forschungen, diesmal von Physikern statt Historikern vorgenommen, kommen zu einem anderen Schluss. Die neue Theorie sagt: Hätten sich die Forscher des Uranvereins die richtigen Fragen gestellt und nach streng wissenschaftlicher Methode alle Kraft auf die wahrscheinlichsten Antworten konzentriert, hätte ihnen der Durchbruch gelingen können. Doch genau das taten sie nicht. Sie verzettelten sich in unzähligen Hypothesen, die alle in Sackgassen endeten. Und es spricht einiges dafür, dass dies mit Absicht geschah.

Aufnahme vom 04.05.2017, Dauer: 4:03:01

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GeMa-LuM 040 Indusschlüssel

Im Zeitalter getippter Kurznachrichten kommt es wahrscheinlich seltener vor. Doch zu einer Zeit, als Nachrichten noch überwiegend per Hand geschrieben wurden, konnte man manchmal den Spruch hören “Deine Hieroglyphen kann ja kein Mensch lesen!” Natürlich waren damit in den wenigsten Fällen echte Hieroglyphen gemeint, es handelte sich stattdessen überwiegend um die Bezeichnung einer unleserlichen Handschrift. Aus einer Ahnung, was der Absender wohl hat sagen wollen und mit einem Vergleich bekannter Worte, konnte man sich dann manchmal doch noch den Sinn entschlüsseln. Manchmal aber auch nicht. In der Welt der Wissenschaft ist es zum Teil ganz ähnlich. Viele Texte, die frühere Kulturen uns hinterlassen haben, konnten erst nach aufwändigen Vergleichen und Interpretationen ihres Kontextes entziffert werden. Die ägyptischen Hieroglyphen galten beispielsweise erst im Jahr 1822 als vollständig entschlüsselt. Bei einigen Schriftsystemen dauert die Entzifferung noch heute an. Zu den ungelösten Rätseln dieser Art gehört auch der Indus-Code. Was ihn ausmacht und welche Methoden zur Enträtselung bisher angewendet wurden, erzählen wir in dieser Episode, die gar nichts mit dem ähnlich klingenden Werkzeug, dem “Inbusschlüssel”, zu tun hat.

Aufnahme vom 07.03.2017, Dauer: 2:14:52

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GeMa-LuM 038 Eierkreuzsimulation

Man stelle sich vor, es schellt an der Tür, Ding Dong, und davor stehen Forscher, die darum bitten, mit Bakterien infizierte Mücken im Vorgarten freilassen zu dürfen. Eine gruselige Vorstellung? Gewiss. Aber noch gruseliger wird es, wenn man sich mit den Krankheiten beschäftigt, die diese Stechmücken übertragen können. Jedes Jahr gehen viele tausend Tote auf das Konto der kleinen Blutsauger. Ein besonderes Problem: Das Dengue-Fieber. Es wird vom Dengue-Virus ausgelöst, gegen das es so gut wie keine Gegenmittel gibt. Australische Forscher um Scott O’Neill haben nach jahrelanger zäher Forschung nun eine Möglichkeit gefunden, das Virus mit Hilfe von Bakterien unschädlich zu machen. Im Labor und in der Theorie funktioniert der Ansatz. Doch gilt das auch im freien Land? Deshalb machen die Forscher Hausbesuche.

Aufnahme vom 20.09.2016 – Dauer: 1:47:52

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GeMa-LuM 036 Gehirn verdrahtet

Manchmal trifft sie Menschen aus heiterem Himmel, manchmal ist es aber auch schon eine alte, wiederkehrende Bekannte: die Depression. Eine Erkrankung der Seele. Oder doch eher des Gehirns? Man weiß es noch nicht. Was verändert sich in den Menschen, wenn sie sich plötzlich dem “schwarzen Hund” gegenüber sehen? Die Depression gibt der Forschung bis heute Rätsel auf. Obwohl die Ursachen noch nicht völlig verstanden sind, zeigen einige Therapien doch deutlichen Heilungserfolg. Zumindest vorübergehend. Gegenwärtig besteht der häufigste Therapieansatz aus einer Kombination von medikamentöser und psychiatrischer Behandlung. Das verschafft vielen Betroffenen Linderung. Manchmal wird aber auch die Elektro-Krampftherapie gewählt, wenn anders keine Verbesserung zu erreichen ist. Eine neue Methode ist der Einsatz von “Hirnschrittmachern”. Solche Geräte werden bei der Behandlung von Parkinson-Patienten schon erfolgreich eingesetzt. Dazu werden dünne Drähte ins Gehirn geschoben und mit einem Generator verbunden, der leichte (für die Patienten nicht spürbare) Stromstöße erzeugt. Bei der Behandlung von Depressionen hat diese “Tiefe-Hirnstimulation” schon gute Erfolge gezeigt. Es ist jedoch noch nicht ganz sicher, warum. Und unklar ist auch noch, ob die bisher so stimulierten Hirnregionen tatsächlich die “richtigen” Areale sind.

Aufnahme vom 10.05.2016, Dauer: 2:18:55
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GeMa-LuM 035 Eine lange Reise

Quelle: wikipedia.de Mädchen von Egtved

Quelle: wikipedia.de Mädchen von Egtved

Im Jahre 1921 wollte ein dänischer Bauer auf seinem Hof aufräumen. Dabei stieß er in einem Grabhügel auf einen Baumsarg, in dem ein junges Mädchen lag. Da sie mumifiziert war, rief der kluge Mann Experten herbei, die das Alter der Mädchenleiche auf etwa 3400 Jahre schätzten. Wer war dieses Mädchen. Woher stammte sie? Warum hatte man sie so prunkvoll bekleidet in den Sarg gelegt? Diese und viele andere Fragen versucht heute immernoch die Archäometrie zu beantworten. Mit unterschiedlichen Verfahren werden dabei Messwerte ermittelt, die Stück für Stück das Puzzle ergänzen. Das Bild ist noch nicht vollständig. Aber eine mögliche Spur führt nach Deutschland. In den Schwarzwald.

Aufnahme vom 01.03.2016, Dauer: 1:27:24

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GeMa-LuM 034 Fest entschlossen

KuhkucksuhrWer bestimmt unser Handeln? Sind wir es selbst? Oder gibt es einen übergeordneten Masterplan, nach dem unser Tun und Wirken abläuft? Vor einiger Zeit machten Berichte die Runde, dass im menschlichen Hirn bereits vor dem Bewusstwerden einer Handlung deutliche Aktivitäten festzustellen sind. Das legte den Schluss nahe, dass etwas dem Bewusstsein vorausgeht. Weitergedacht bedeutet dies aber auch, dass unser Konzept vom freien Willen dann nicht mehr tragfähig ist. Wie kann man Täter für Fehlverhalten betrafen, wenn ihnen ihr Handeln vorgeschrieben ist? Sind wir nur Marionetten in einem mechanistischen Weltbild? – So modern die aktuellen Forschungsmethoden auch sind, die damit verbundenen Grundfragen sind dagegen schon ziemlich alt. Wir erlauben uns deshalb einen umfangreichen Blick in die Geschichte und stoßen auf einen Dämon.

Aufnahme vom 11.02.2016, Dauer: 2:26:12
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GeMa-LuM 033 Mausohrendurchblicker

Buchstabe Pi hinter VorhangZum Selbstschutz, aus Spaß oder für die medizinische Diagnostik. Es gibt viele Gründe, warum man sich wünschen kann, verborgene Dinge zu sehen. Und sei es auch nur, einen Duschvorhang zu durchblicken. Forschern ist genau dies in einem – natürlich winzigen – Laborexperiment geglückt. Mit speziellem Laserlicht, einem Spiegel, der die Zeit umkehren kann, einer ganz speziellen “Streuscheibe” und Ultraschall. Mehr braucht es eigentlich gar nicht. Ach doch. Ein gehöriges Maß an Mathematik darf man nicht übersehen. Aber dann lässt sich durch den Vorhang blicken. So taten sie es jedenfalls. Und dann sahen sie den griechischen Buchstaben Pi. Eine zweibeinige Schönheit. Wovon Forscher eben so träumen.

Aufnahme vom 12.01.2016, Dauer: 1:50:32
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