Hervorgehobener Beitrag

Über das Projekt

Wir lesen! Aber nicht nur das. Denn interessant ist der Gedankenaustausch.

Inzwischen sind wir in der zweiten Staffel angekommen: Ab Episode 25 lesen und sprechen wir über Artikel aus dem Magazin “Spektrum der Wissenschaft”. Für die Folgen 1 bis 24 haben wir aus dem Buch “Jagd auf den Geisterrechner” gelesen. Mehr zum Lesestoff hier.

GeMa-LuM 040 Indusschlüssel

Im Zeitalter getippter Kurznachrichten kommt es wahrscheinlich seltener vor. Doch zu einer Zeit, als Nachrichten noch überwiegend per Hand geschrieben wurden, konnte man manchmal den Spruch hören “Deine Hieroglyphen kann ja kein Mensch lesen!” Natürlich waren damit in den wenigsten Fällen echte Hieroglyphen gemeint, es handelte sich stattdessen überwiegend um die Bezeichnung einer unleserlichen Handschrift. Aus einer Ahnung, was der Absender wohl hat sagen wollen und mit einem Vergleich bekannter Worte, konnte man sich dann manchmal doch noch den Sinn entschlüsseln. Manchmal aber auch nicht. In der Welt der Wissenschaft ist es zum Teil ganz ähnlich. Viele Texte, die frühere Kulturen uns hinterlassen haben, konnten erst nach aufwändigen Vergleichen und Interpretationen ihres Kontextes entziffert werden. Die ägyptischen Hieroglyphen galten beispielsweise erst im Jahr 1822 als vollständig entschlüsselt. Bei einigen Schriftsystemen dauert die Entzifferung noch heute an. Zu den ungelösten Rätseln dieser Art gehört auch der Indus-Code. Was ihn ausmacht und welche Methoden zur Enträtselung bisher angewendet wurden, erzählen wir in dieser Episode, die gar nichts mit dem ähnlich klingenden Werkzeug, dem “Inbusschlüssel”, zu tun hat.

Aufnahme vom 07.03.2017, Dauer: 2:14:52

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GeMa-LuM 039 Ultrakalt und herzerwärmend

Der Volksmund sagt: “Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.” Und das gilt sicher auch für die Geschichte, die wir uns in dieser Episode vorgenommen hatten. Dabei geht es streng genommen aber gar nicht um das Gleiche. Vielmehr stehen sich zwei wissenschaftliche Messverfahren gegenüber, mit denen derselbe Sachverhalt gemessen werden soll. Doch erstaunlicherweise kommen bei Verfahren zu leicht unterschiedlichen Werten. Zu Unterschieden, die durch die Theorie nicht vollständig erklärt werden können. Wir haben es mit einem von vielen Grenzfällen zu tun, wo sich die Wissenschaftler zwar grundsätzlich einig sind, jedoch im Detail dann doch verschiedene Schulen existieren. Nicht selten führt eine solche Situation zu erbitterten Auseinandersetzungen über den “richtigen Weg”. Im vorliegenden Fall ist das aber nicht so. Vielmehr versucht man mit gegenseitigem Verständnis der Forschungsfrage letztlich doch noch nahe zu kommen. Um eine Antwort auf die Frage zu bekommen: Wie lange lebt ein Neutron?

Aufnahme vom 13.12.2016 – Dauer 2:46:54

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GeMa-LuM 038 Eierkreuzsimulation

Man stelle sich vor, es schellt an der Tür, Ding Dong, und davor stehen Forscher, die darum bitten, mit Bakterien infizierte Mücken im Vorgarten freilassen zu dürfen. Eine gruselige Vorstellung? Gewiss. Aber noch gruseliger wird es, wenn man sich mit den Krankheiten beschäftigt, die diese Stechmücken übertragen können. Jedes Jahr gehen viele tausend Tote auf das Konto der kleinen Blutsauger. Ein besonderes Problem: Das Dengue-Fieber. Es wird vom Dengue-Virus ausgelöst, gegen das es so gut wie keine Gegenmittel gibt. Australische Forscher um Scott O’Neill haben nach jahrelanger zäher Forschung nun eine Möglichkeit gefunden, das Virus mit Hilfe von Bakterien unschädlich zu machen. Im Labor und in der Theorie funktioniert der Ansatz. Doch gilt das auch im freien Land? Deshalb machen die Forscher Hausbesuche.

Aufnahme vom 20.09.2016 – Dauer: 1:47:52

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GeMa-LuM 037 Fusselige Quantenwelt

wp_20160712_012GeMa-LuM oder “Wie ich lernte, die Fusselrolle zu lieben.” – Ob die Quantenwelt “fusselig” ist, darüber lässt sich bestimmt trefflich streiten. Eine Fusselbürste ist ein Gegenstand unserer realen, direkt erfahrbaren Welt. Die gesammelten Fussel sind klein und erscheinen uns chaotisch. Es geht aber noch viel kleiner. In der Wissenschaft werden inzwischen Dinge wahrgenommen, die weit – sehr weit – unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle liegen. Diese Welt der kleinsten Dinge ist aber nicht nur winzig, es herrschen dort auch Zustände, gegenüber denen das Chaos auf einer Fusselrolle als beste Ordnung erscheinen mag. Doch auch im Kleinsten gibt es Regeln. Nur entziehen sich diese Regeln unserer Intuition. Mehr noch: unserem Verständnis. Wir können nicht verstehen, dass unterschiedliche Zustände gleichzeitig existieren können. Oder Veränderungen an einem Ort, unmittelbar Auswirkungen auf ein verschränktes Teilchen viele Kilometer entfernt haben sollen. Selbst die nüchternen Denker beginnen dabei von “spukhafter Fernwirkung” zu sprechen, da ihnen die exakten Worte ausgehen. Aber dennoch gelten diese Beobachtungen als “Wirklichkeit”. Wir fragen uns, gemeinsam mit dem Autor des heutigen Artikels, “Was ist von einer Wirklichkeit zu halten, die sich nicht der unmittelbaren Anschauung offenbart, sondern erst dem Einsatz komplizierter Apparate und Theorien, die man nur nach jahrelangem Studium versteht?” – Oder mit anderen Worten: Ist die Welt doch nur ein Soufflé?

Aufnahme vom: 12.07.2016 – Dauer: 2:55:34

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GeMa-LuM 036 Gehirn verdrahtet

Manchmal trifft sie Menschen aus heiterem Himmel, manchmal ist es aber auch schon eine alte, wiederkehrende Bekannte: die Depression. Eine Erkrankung der Seele. Oder doch eher des Gehirns? Man weiß es noch nicht. Was verändert sich in den Menschen, wenn sie sich plötzlich dem “schwarzen Hund” gegenüber sehen? Die Depression gibt der Forschung bis heute Rätsel auf. Obwohl die Ursachen noch nicht völlig verstanden sind, zeigen einige Therapien doch deutlichen Heilungserfolg. Zumindest vorübergehend. Gegenwärtig besteht der häufigste Therapieansatz aus einer Kombination von medikamentöser und psychiatrischer Behandlung. Das verschafft vielen Betroffenen Linderung. Manchmal wird aber auch die Elektro-Krampftherapie gewählt, wenn anders keine Verbesserung zu erreichen ist. Eine neue Methode ist der Einsatz von “Hirnschrittmachern”. Solche Geräte werden bei der Behandlung von Parkinson-Patienten schon erfolgreich eingesetzt. Dazu werden dünne Drähte ins Gehirn geschoben und mit einem Generator verbunden, der leichte (für die Patienten nicht spürbare) Stromstöße erzeugt. Bei der Behandlung von Depressionen hat diese “Tiefe-Hirnstimulation” schon gute Erfolge gezeigt. Es ist jedoch noch nicht ganz sicher, warum. Und unklar ist auch noch, ob die bisher so stimulierten Hirnregionen tatsächlich die “richtigen” Areale sind.

Aufnahme vom 10.05.2016, Dauer: 2:18:55
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GeMa-LuM 035 Eine lange Reise

Quelle: wikipedia.de Mädchen von Egtved

Quelle: wikipedia.de Mädchen von Egtved

Im Jahre 1921 wollte ein dänischer Bauer auf seinem Hof aufräumen. Dabei stieß er in einem Grabhügel auf einen Baumsarg, in dem ein junges Mädchen lag. Da sie mumifiziert war, rief der kluge Mann Experten herbei, die das Alter der Mädchenleiche auf etwa 3400 Jahre schätzten. Wer war dieses Mädchen. Woher stammte sie? Warum hatte man sie so prunkvoll bekleidet in den Sarg gelegt? Diese und viele andere Fragen versucht heute immernoch die Archäometrie zu beantworten. Mit unterschiedlichen Verfahren werden dabei Messwerte ermittelt, die Stück für Stück das Puzzle ergänzen. Das Bild ist noch nicht vollständig. Aber eine mögliche Spur führt nach Deutschland. In den Schwarzwald.

Aufnahme vom 01.03.2016, Dauer: 1:27:24

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GeMa-LuM 034 Fest entschlossen

KuhkucksuhrWer bestimmt unser Handeln? Sind wir es selbst? Oder gibt es einen übergeordneten Masterplan, nach dem unser Tun und Wirken abläuft? Vor einiger Zeit machten Berichte die Runde, dass im menschlichen Hirn bereits vor dem Bewusstwerden einer Handlung deutliche Aktivitäten festzustellen sind. Das legte den Schluss nahe, dass etwas dem Bewusstsein vorausgeht. Weitergedacht bedeutet dies aber auch, dass unser Konzept vom freien Willen dann nicht mehr tragfähig ist. Wie kann man Täter für Fehlverhalten betrafen, wenn ihnen ihr Handeln vorgeschrieben ist? Sind wir nur Marionetten in einem mechanistischen Weltbild? – So modern die aktuellen Forschungsmethoden auch sind, die damit verbundenen Grundfragen sind dagegen schon ziemlich alt. Wir erlauben uns deshalb einen umfangreichen Blick in die Geschichte und stoßen auf einen Dämon.

Aufnahme vom 11.02.2016, Dauer: 2:26:12
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GeMa-LuM 033 Mausohrendurchblicker

Buchstabe Pi hinter VorhangZum Selbstschutz, aus Spaß oder für die medizinische Diagnostik. Es gibt viele Gründe, warum man sich wünschen kann, verborgene Dinge zu sehen. Und sei es auch nur, einen Duschvorhang zu durchblicken. Forschern ist genau dies in einem – natürlich winzigen – Laborexperiment geglückt. Mit speziellem Laserlicht, einem Spiegel, der die Zeit umkehren kann, einer ganz speziellen “Streuscheibe” und Ultraschall. Mehr braucht es eigentlich gar nicht. Ach doch. Ein gehöriges Maß an Mathematik darf man nicht übersehen. Aber dann lässt sich durch den Vorhang blicken. So taten sie es jedenfalls. Und dann sahen sie den griechischen Buchstaben Pi. Eine zweibeinige Schönheit. Wovon Forscher eben so träumen.

Aufnahme vom 12.01.2016, Dauer: 1:50:32
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GeMa-LuM 032 Kunterbunte Haufen

Angenommen, wir dürften uns ein Team zusammenstellen. Welche Mitglieder würden wir wählen? Menschen, die uns ähnlich sind, mit denen wir auf einer Wellenlänge unterwegs sind? Oder Menschen, die die Dinge bekanntermaßen anders sehen, als wir selbst? Wenn es das Ziel ist, möglichst kreative Ideen zu produzieren, ist die zweite Variante die erfolgversprechendere. Zu dem Preis, dass wir vermutlich viele mühsame Diskussionen führen müssen. Das belegt die Forschung, die dem Artikel zugrunde liegt, den wir in dieser Episode lesen und besprechen. Doch bevor es damit losgeht, werfen wir noch einen Blick auf die Folge 31 zurück, denn der Spektrum-Verlag hat seine Leser aufgefordert, sich mit dem “Digitalen Manifest” zu beschäftigen. Werden wir Menschen oder am Ende doch die Maschinen unsere Zukunft bestimmen?

Aufnahme vom 01.12.2015, Dauer: 2:53:33
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GeMa-LuM 031 Es werde Licht

GML031 Episodenbild Kambrische ExplosionWenn alle alles über alle wissen. Werden wir dann in einer idealen Welt leben? Diese Frage haben wir in unserer 31. Episode diskutiert. Aber nicht nur das. Denn der Aufsatz “Wie digitale Transparenz die Welt verändert” von Daniel C. Dennett und Deb Roy der einen Bogen von der Kambrischen Explosion bis zur digitalen Gesellschaft unserer Gegenwart zu schlagen versucht, hält vielfältige Denkanstöße für uns bereit. Nicht alles darin können wir nachvollziehen. Was die Kambrische Explosion als solche betrifft, finden wir zumindest eine Definition. Aber ob sie überhaupt stattgefunden hat oder nicht, ist bereits Gegenstand von Expertenstreit. Ob sie darüber hinaus sogar als Analogie für die gegenwärtig fortschreitende Digitalisierung in allen Lebensbereichen dienen kann, muss am Ende leider offen bleiben. Interessant ist aber, welche vielfältigen Gedankengänge sich daran anknüpfen lassen.

Aufnahme vom 03.11.2015, Dauer: 2:40:39
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